Pathological Research

Wissenschaftliche Veröffentlichung: Charakterisierung der tumoralen Immunumgebung mittels Multispiegel-Immunfluoreszenz
Wissenschaftliche Veröffentlichung: Charakterisierung der tumoralen Immunumgebung mittels Multispiegel-Immunfluoreszenz

Die zelluläre Zusammensetzung, funktionelle Status und räumliche Verteilung des Tumorbefalls-Immunschutz-Mikroerregimes (TME) sind Schlüsselfaktoren für die Entstehung von Tumoren und die Wirksamkeit der Immuntherapie. Eine genaue Analyse der Eigenschaften des TME ist zu einer wichtigen Forschungsrichtung in der Onkologieforschung geworden. Allerdings weisen traditionelle Forschungsinstrumente erhebliche Einschränkungen auf: Die einfache Immunhistochemie kann nur einen einzigen Zielort nachweisen und zeigt keine interzellulären Interaktionen; die Flow-Zytometrie ermöglicht eine multiparametrische Analyse, aber sie erfordert die Trennung der Zellen und verliert wichtige räumliche Informationen; frühere multiplex fluoreszenzierende Färbungstechniken waren aufgrund niedriger Signalintensität und mangelnder Kompatibilität zwischen Antikörperarten begrenzt, was es erschwerte, sie den Anforderungen der klinischen Probenanalyse gerecht zu werden. Vor diesem Hintergrund hat eine multiplex immunfluoreszenz-Plattform auf Basis der Tyramide-Signal-Amplifikationstechnologie entstanden, die die Möglichkeit einer "panoramatischen" Analyse des TME bietet. Die Forschergruppe um Viratham Pulsawatdi A veröffentlichten eine Studie mit dem Titel "Eine robuste multiplex immunfluoreszenz- und digitalpathologische Arbeitsabläufe zur Charakterisierung des Tumorbefalls-Immunschutz-Mikroerregimes" in der Zeitschrift Molecular Oncology. In dieser Studie wurden Formalin-fixiert, Paraffin-eingewobenes Gewebe aus Darmkrebs als Untersuchungsgegenstand verwendet und basierend auf der Opal-multiplex-immunfluoreszenz-Plattform mit Tyramide-Signal-Amplifikationstechnologie ein standardisiertes Arbeitsprotokoll von der Färbung bis zur Bildanalyse entwickelt und überprüft. Dadurch wurde eine zuverlässige Methode für die präzise Charakterisierung des Tumorbefalls-Immunschutz-Mikroerregimes erstellt. Im Folgenden wird ein detaillierter Analyse von den Aspekten der technischen Essenz, experimenteller Logik, Kernergebnissen und Anwendungswert vorgestellt.

TSA-mIF für zeitnahe Analyse
TSA-mIF für zeitnahe Analyse

Die Interaktion zwischen Krebs und dem Immunsystem des Wirts findet hauptsächlich im reaktiven Gewebe der um Tumoren herumgelegenen Stroma statt, einer Region, die als Tumor-Immunschutzmilieu (TIME) bezeichnet wird. Die bahnbrechende klinische Anwendung von Immuncheckpoint-Inhibitoren, insbesondere gezielte Therapien gegen das Programmed Death Protein 1 (PD-1, ein T-Zell-Co-Inhibitor-Rezeptor) und das Programmed Death Ligand 1 (PD-L1, auch bekannt als B7-H1/CD274), hat nicht nur die Krebsimmuntherapie in eine neue Ära geführt, sondern macht auch die funktionelle Analyse des TIME zu einem zentralen Thema sowohl in der Forschung als auch im klinischen Bereich. Die genaue Charakterisierung der zellulären Zusammensetzung des TIME, seiner funktionellen Zustände und seiner molekularen Interaktionsnetzwerke ist eine entscheidende Voraussetzung für die Identifizierung prädiktiver Biomarkern für die Immuntherapierempfiehlung. Darüber hinaus können die tiefgehende Aufklärung der pro-Krebs- und anti-Krebs-Mechanismen verschiedener Immunzellen im TIME sowie deren dynamische Zusammenbindungen mit Tumorzellen eine wichtige Grundlage für die Entwicklung neuer immuntherapeutischer Strategien bieten. Allerdings stellt die hohe Heterogenität des TIME und die Herausforderung bei der Detektion von im Gewebe seltener Immunkomponenten ernsthafte Schwierigkeiten dar, was dringend hochentwickelte, multiplex-zielgerichtete in-situ-Detektionswerkzeuge erfordert, um dieses Dilemma zu überwinden.

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